Hören und Tanzen

Musik ist nicht nur das Hintergrundgeräusch beim Tanzen, das die Geschwindigkeit vorgibt, sondern die Musik bestimmt den Charakter des Tanzes und wann wir welche Aktionen ausführen.

Das Ergebnis von Musikalität besteht darin, dass Außenstehende sehen können, dass der Tänzer die Musik wahrnimmt und in seinem Tanz widerspiegelt. Das wird am deutlichsten bei simplen Dingen wie „Tanzen im Takt“ oder „Reagieren auf Breaks“, geht aber auch weiter zu subtileren Dingen wie dem Erkennen von Phrasenstrukturen oder dem Vertanzen von Rhythmusvariationen in der Musik oder dem Aufnehmen von anderen musikalischen Besonderheiten eines Musikstücks.

Musikalität besteht aus zwei Komponenten:

  1. Die Musik hören und verstehen
  2. im Tanz wiedergeben.

Hören:

Vertanzen:

Musikrichtungen:

Bei Turnieren ist ein Bewertungskriterium die Frage, ob die verschiedenen Musikrichtungen unterschiedliche herausgearbeitet wurden. Zu beachten bei den verschiedenen Musikrichtungen:

  • Blues
    • 96-120Bpm (also relativ schnell)
    • sehr häufig Rolling count
    • oft 48-Schläge pro Phrase (modernerer Blues hat oft auf 32 Schläge pro Phrase)
    • Der älteste Musikstil auf den West Coast Swing getanzt wird, daher orientiert sich auch der Tanzstil stärker an den Wurzeln des West Coast Swing, insbesondere am Lindy Hop.
    • Aktivität vor allem in den Beinen („mehr Footwork“), wenig Aktivität im Oberkörper und in den Armen. (Contemporary Elemente passen nicht zum Blues) Der Oberkörper bleibt weitgehend ruhig und gerade.
    • durch den ternären Rhythmus des Blues wird das & bei 1&2 nicht in der Mitte zwischen 1 und 2 getanzt sondern leicht nach hinten verschoben. Also 1 – &2.
    • Schritte immer komplett zu Ende führen – d.h. Ferse ist komplett am Boden bevor der andere Fuß abgehoben wird.
    • Gestaltungsmittel im Tanz ist (u.a.) der Pitch (d.h. Neigung vom Partner weg oder zum Partner hin). Der Pitch wird vom Leader vorgegeben und vom Follower gespiegelt. D.h. beide neigen sich aufeinander zu (Compression) oder voneinander weg (Tension). Pitch kann auch nur im Kopf oder in der Hüfte stattfinden.
    • Man kann mit dem freien Fuß z.B. während man mit stationär mit dem Pitch spielt auch im Takt Variationen Ausführen: Fuß steht komplett mit Heben und Senken der Ferse. Auftippen des Fußes mit Hacke oder Spitze, Verdrehend des Fußes beim Auftippen. (Alles im Rhythmus!)
    • tief tanzen passt zu „schmutzigem Blues“
    • Normalerweise keine Breaks. Statt dessen Highlights in den Figuren setzen
    • Link
  • Slow
    • 80-100Bpm
    • meist Straight Count
    • meist 32 Schläge pro Phrase
    • Austanzen der Schritte/ Bewegungen (Korrekte Technik sieht man vor allem bei langsamer Musik!)
    • größere Schritte d.h. raumgreifender
    • geschmeidig
    • Auch Zeit für komplexere Figuren und Aktionen
  • Fast
    • 104-128Bpm
    • meist Straight Count
    • meist 32 Schläge pro Phrase
    • kürzere / kleinere Schritte
    • stärkere Betonung von Compression und Tension
    • vor allem simple Figuren tanzen (Motto: Überleben ist alles!)
    • Fühlt sich beim Tanzen manchmal an wie Jive oder Disco-Fox
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