Turniere

Wettkampfmodi

Jack und Jill

Der wichtigste Modus von West Coast Swing Turnieren. Die Partner werden einander zugelost. Je nach Anzahl der Anmeldungen wird in bis zu 4 Runden getanzt.

1 Runde: Finale

2 Runden: Prelim und Finale

3 Runden: Prelim, Semi und Finale

4 Runden: Prelim, Quarter, Semi und Finale

In Deutschland gängig sind dabei 2 oder 3 Runden.

In der Vorrunde (Prelim) und evtl. Zwischenrunden (Semi und Quarter), werden je 3 (vorher unbekannte) Songs gespielt, und jedes Mal mit einem anderen Partner getanzt. Beide Partner werden getrennt bewertet. Die Teilnehmer jeder Runde werden in mehrere Gruppen aufgeteilt die nacheinander in sogenannten heats tanzen. (heat 1, heat 2 usw.). Die Anzahl der heats wird dabei von Runde zu Runde reduziert. (Also z.B. Prelim 3 heats, Semi 2 heats und im Finale nur noch 1 heat)

Im Finale wird ein fester Partner zugelost, mit dem dann wiederum 3 Tänze getanzt werden, die dann gemeinsam bewertet werden. Im Regelfall werden mehrere Tanzpaare gemeinsam auf der Tanzfläche tanzen („All-skate“). In höheren Klassen werden manchmal aber auch Spotlights getanzt, d.h. es sind gleichzeitig immer nur eine begrenzte Anzahl Paare (1, 2 oder 3) auf der Tanzfläche.

Da beim Jack und Jill weder die Musik, noch der Partner im voraus bekannt sind, werden besonders hohe Anforderungen an Improvisation, sowie an Führen und Folgen gestellt.

Die Punkte für die Weltrangliste werden ausschließlich in diesem Modus ertanzt

Strictly

Wie Jack und Jill, nur dass man sich mit einem Partner anmeldet und diesen für das gesamte Turnier behält. Es wird immer gemeinsam bewertet.

Routine

Es wird mit einem festen Partner getanzt. Die Musik wählt das Paar im Vorfeld selbst aus und bereitet ein Choreographie zu der Musik vor. Es wird im Solo Modus getanzt, d.h. es ist nur 1 Paar auf der Tanzfläche. Die Routine Divisions unterteilen sich in der Regel in Classic und Showcase.

Classic

Hebefiguren sind nicht erlaubt.

Showcase

Hebefiguren sind erlaubt / bei manchen Turnieren werden sogar Hebefiguren ausdrücklich gefordert

Pro/Am

Wie Showcase, nur dass ein Lehrer/ eine Lehrerin mit einer Schülerin/ einem Schüler tanzt.

Andere Wettkampfformate

Swing 16

Es treten 16 Paare im K.O. System jeweils paarweise gegeneinander an. Die Wertungsrichter entscheiden sofort nach dem Tanz, wer eine Runde weiter kommt. Diese Wettbewerbsform ist für Zuschauer sehr attraktiv, da man nur 2 Paare auf der Tanzfläche sieht und das Feedback der Wertungsrichter sofort kommt.

Altersklassen

Zur Erleichterung der Wettkämpfe gibt es zusätzlich noch Altersklassen. Diese werden jedoch nicht bei jedem Turnier angeboten. Punkte die in Altersklassen erworben werden haben keinen Einfluss auf die Rangliste. Seit Januar 2018 gibt die WSDC keine festen Regeln für die Altersklassen mehr vor. Üblich sind aber die folgenden Abstufungen.

Junior

Die Teilnehmer müssen jünger als 18 Jahre alt sein.

Sophisticated

Die Teilnehmer müssen mindestens 35 Jahre alt sein.

Masters

Die Teilnehmer müssen mindestens 50 Jahre alt sein.

Bewertungskriterien

Die wichtigsten Bewertungskriterien in der Anfängerklassen sind die 3T’s:

  • Timing (am wichtigsten)
    • werden die Down- und die Upbeats klar erkennbar und richtig vertanzt? Wer hier z.B. konsequent auf einem Upbeat startet hat kaum eine Chance auf ein Weiterkommen in die nächste Runde.
  • Technik
    • v.a. Fußarbeit (Gewichtsübernahme von Fuß zu Fuß, Sicherheit, Balance, abrollende Fußarbeit). Wer z.B. die Ferse beim Triple Step konsequent nicht am Boden absetzt wird es in dieser Kategorie nicht leicht haben.
  • Teamwork (am unwichtigsten)
    • Auftreten
    • Verbindung
    • Zusammenspiel
    • Anpassen an den Level des Partners (bei unterschiedlichen Leveln muss der bessere Partner Rücksicht nehmen)

Erwähnenswert ist auch, dass hier kein besonderer Wert auf möglichst viele unterschiedliche Figuren oder Stylings gelegt wird. Als Anfänger ist man daher immer gut beraten, lieber gute Basics zu tanzen, als unausgegorene Figuren, die man selbst und / oder der Partner nicht sicher beherrscht.

In den höheren Startklassen kommen dann noch folgende Kriterien hinzu, die aber letztlich alle in die Kategorie „Teamwork“ fallen:

  • Variation (ab Level 1)
    • Variieren der Standardfiguren (z.B. durch Fuß- und Paarposition, rhythmische Variationen)
  • Kontrast (ab Level 2)
    • Beschleunigen und Verzögern
    • Tanzen in 4 Dimensionen (Diagonal, Höhe, Rotation, Winkel)
  • Musikalität / Entertainment (ab Level 3)
    • Songspezifisch Tanzen
    • Effekte

In Turnieren wird in der Regel auf 3 verschiedene Musikrichtungen getanzt (jeweils 1,5-2,5 Minuten, keine feste Reihenfolge):

  • Blues (96-120Bpm)
  • Slow (80-100Bpm)
  • Fast (104-128Bpm)

Die Musikrichtungen sollten dabei im Tanz auch unterscheidbar sein. Man sollte also versuchen den unterschiedlichen Charakter der verschiedenen Musikstile herauszuarbeiten. Details wie man das erreichen kann findet man unter Musikalität.

Sonstiges

Da man sich für Jack and Jill Turniere separat anmelden kann passiert es in den Vorrunden häufig, dass ein Ungleichgewicht zwischen Leadern und Followern herrscht. In diesem Fall werden aus der Gruppe, die in Unterzahl ist, Teilnehmer bestimmt, die dann ohne Wertung ein zweites Mal mittanzen. Wenn es nur einen Durchgang gibt, weil zu wenig Anmeldungen für einen zweiten Durchgang vorhanden sind, dann können auch mehr als 3 Lieder gespielt werden und es werden pro Lied überzählige Teilnehmer aus dem Feld entfernt, so dann am Ende jeder Teilnehmer mindestens 3 Lieder tanzen konnte.

Wertungspunkte

In Deutschland gibt es grundsätzlich 3 Arten von West Coast Swing Turnieren:

Fun Turniere

  • werden im Regelfall im Rahmen von kleineren West Coast Swing Workshops abgehalten
  • Alle Tänzer können teilnehmen
  • Es findet keine Einteilung nach Level der Tänzer statt
  • In der Regel werden nur die Kategorien Jack&Jill und (manchmal) Strictly angeboten
  • Es gibt keine Punkte zu gewinnen
  • Es wird in der Regel keine Startgebühr erhoben
  • Der Preis ist meist eine Urkunde, oft auch ein Pokal und gelegentlich auch Naturalien wie die kostenlose Teilnahme an einem Workshop

TAF West Coast Swing Turniere (TAF Germany e.V.)

  • werden im Regelfall im Rahmen von größeren West Coast Swing Festivals abgehalten
  • Im Moment kann jeder West Coast Swing Tänzer teilnehmen – man muss nicht Mitglied des TAF sein.
  • Es wird eine kleine Startgebühr (ca. 20€) erhoben.
  • Die Tänzer werden nach Level eingeteilt: Man startet normaleweise in „Einsteiger“, wenn man das Finale einmal erreicht hat, dann steigt man automatisch nach Level 1 auf. Die Turniere sind etwas fairer, da man in den jeweiligen Klassen in der Regel ein homogeneres Startfeld hat. Personen die West Coast Swing unterrichten oder bereits WSDC Punkte haben, werden automatisch auf Level 1 oder höher eingeteilt. Auch ansonsten können Neulinge nach Sichtung bereits in höheren Klassen eingruppiert werden.
  • In der Regel werden Jack & Jill und Strictly angeboten
  • In Deutschland ca. 6 West Coast Swing TAF Turniere pro Jahr
  • Man kann auch auf mehreren TAF Turnieren pro Jahr starten, die Punkte werden dann addiert. (d.h. wer viel reist und viele Turniere besucht steigt auch schneller auf)
  • Details zur Bewertung können auch dem Regelwerk des TAF entnommen werden.
  • Wenn man wissen möchte, wieviele TAF Punkte ein registrierter TAF Tänzer hat, kann man das unter http://www.wcsinfo.de nachschlagen.
  • Sind international an die IDO (International Dance Organization) angebunden, die auch Europameisterschaften und Weltmeisterschaften anbietet. Diese haben in der West Coast Swing Welt aber keinen hohen Stellenwert.
  • Sind vor allem im Breitensport beliebt. Insbesondere in den höheren Leveln tendieren die Tänzer inzwischen eher zu den WSDC Turnieren anstatt zu TAF Turnieren. Das führt dazu, dass bei TAF Turnieren häufig nur noch die Kategorien „Einsteiger“ und „Level 1“ angeboten werden, obwohl das Reglement bis zu 4 Leveln vorsieht.

WSDC Turniere (World Swing Dance Council)

    • werden meist im Rahmen von großen West Coast Swing Festivals abgehalten (da die WSDC relativ hohe Anforderungen an die Ausrichtung eines WSDC Turniers stellt ist es aufgrund des damit verbundenen hohen Aufwands für kleine Veranstaltungen nicht lohnend.)
    • Für die Teilnahme wird eine Startgebühr von ca. 15-20€ pro Teilnehmer erhoben.
    • Bei den meisten Festivals ist der Besuch des Festivals (und damit der Erwerb eines entsprechenden Festival-Pass) zwingende Voraussetzung um beim Turnier zu starten (Kosten oft um ca. 200€). Alternativ wird oft noch ein Event-Pass oder ein Competitor-Pass angeboten, der keine Teilnahme an den Workshops ermöglicht, sondern nur an den Competitions/ Parties (Kosten oft zwischen 100€ und 150€). Zusammen mit der Startgebühr ist daher die Teilnahme an einem WSDC Turnier meist mit erheblichen Kosten verbunden. Details sollte man bei den jeweiligen Veranstaltungen sorgfältig nachlesen, da das nicht einheitlich geregelt ist. Generell sind die Kosten für die Teilnahme je nach Land unterschiedlich, es lohnt sich daher auch im angrenzenden Ausland nach Veranstaltungen Ausschau zu halten, da diese manchmal inklusive Reisekosten immer noch günstiger sind als Veranstaltungen in Deutschland.
    • Man muss nicht Mitglied es WSDC sein, um dort Punkte zu sammeln – beim ersten Erfolg wird der Teilnehmer automatisch in die Punkteliste aufgenommen und erhält eine WSDC Nummer.
    • Entspricht der „Weltrangliste des West Coast Swing“ und hat einen hohen Stellenwert in der West Coast Swing Welt. Im Jahr 2017 sind ca. 15000 Tänzer in der Weltrangliste enthalten.
    • Die Tänzer sind in verschiedene Klassen (Skill Level) aufgeteilt. Wobei man je nach Punktestand in mehreren Kategorien starten darf.
      • Newcomer – Hier dürfen nur diejenigen starten, die noch keine Punkte ertanzt haben. Diese Klasse ist als Schonbereich für Einsteiger gedacht.
      • Novice – Hier dürfen alle starten, die weniger als 30 Novice Punkte haben und noch keine Punkte in Intermediate oder höher haben. (Man darf also auch Newcomer überspringen und direkt in Novice starten) Sobald man mindestens 16 Punkte in der Kategorie Novice ertanzt hat kann man bereits in Intermediate starten, muss aber nicht. Sobald man dann aber mindestens einen Punkt in Intermediate ertanzt hat darf man nicht mehr in Novice starten. Alle Punkte die man dann in der Klasse Intermediate ertanzt gelten als Intermediate Punkte. Man beginnt in der neuen Klasse wieder bei 0 Punkten.
      • Intermediate – Alle die mindestens 16 Novice Punkte, weniger als 45 Intermediate Punkte und keine Advanced Punkte haben. Danach muss man nach Advanced wechseln.
      • Advanced – Alle die in den letzten 36 Monaten weniger als 60 Advanced Punkte angesammelt haben und mindestens 30 Intermediate Punkte haben.
      • All Star – Alle die in den letzten 3 Jahren mindestens 45 Advanced Punkte erreicht haben. Um in der Klasse zu bleiben muss man mindestens 3 All-Star Punkte in jeweils 3 Jahren ertanzen, ansonsten wird man automatisch nach Advanced zurückgestuft. Aus dieser Klasse kann man nicht weiter automatisch aufsteigen.
      • Champions/Invitational/Pro – Wer in dieser Kategorie starten darf kann von Veranstaltung zu Veranstaltung unterschiedlich festgelegt werden. D.h. theoretisch könnte ein Tänzer auf einem Event als Champion starten und dürfte auf einem anderen nur als All Star starten. Die Punkte werden dabei jeweils in der Kategorie gutgeschrieben, in der sie ertanzt wurden. Im September 2017 waren knapp über 600 Tänzer in dieser Kategorie.
    • Die Wettbewerbe auf Turnieren werden in den unterschiedlichen Skill Leveln ausgetragen. Außerdem gibt es auch noch weitere Startklassen die sich am Alter orientieren. Punkte die in den Altersklassen ertanzt werden werden seit Januar 2017 von der WSDC nicht mehr offiziell erfasst, es werden seither auch keine verbindlichen Kriterien für die Altersklassen mehr festgelegt. Üblich sind
      • Junior – alle Tänzer unter 18 Jahren (unabhängig von weiteren Klassen)
      • Sophisiticated – Alle Tänzer sind älter als 35 Jahre
      • Masters – alle Tänzer über 50 Jahre (manchmal gekoppelt an eine Mindestanforderung an den Skill Level)
    • Turniere werden nach „Tier“ unterschieden. Je mehr Tänzer in einer Kategorie starten, desto höher ist der Tier und desto mehr Punkte können ertanzt werden:
      • Tier 1: 5-10 Paare in einer Kategorie. (Max. 3 Finalisten erhalten Punkte, Sieger erhält 3 Punkte, Zweiter 2, Dritter 1)
      • Tier 2: 11-19 Paare in einer Kategorie (Max. 4 Finalisten erhalten Punkte. Sieger erhält 6 Punkte, Zweiter 4, Dritter 3, Vierter 2, Fünfter 1 Punkt)
      • Tier 3 20-39 Paare in einer Kategorie (Max. 12 Finalisten erhalten Punkte. Sieger 10, Zweiter 8, Dritter 6 usw. — Sechster bis Zwölfter 1 Punkt)
      • Tier 4 40-79 Paare in einer Kategorie (Max. 15 Finalisten erhalten Punkte. Sieger 15, Zweiter 12, Dritter 10 usw. — Sechster bis Fünfzehnter 1 Punkt)
      • Tier 5 80-129 Paare in einer Kategorie (Max. 15 Finalisten erhalten Punkte. Sieger 20, Zweiter 16, Dritter 14 usw. — Sechster bis Fünfzehnter 2 Punkte)
      • Tier 6 130+ Paare in einer Kategorie (Max. 15 Finalisten erhalten Punkte. Sieger 25, Zweiter 22, Dritter 18 usw. — Sechster bis Fünfzehnter 2 Punkte)
    • Der Tier wird je nach Rolle festgelegt. Wenn z.B. 15 Leader und 30 Follower in einer Kategorie antreten, dann erhält der beste Leader 6 Punkte (Tier 2) und der beste Follower 10 Punkte (Tier 3).
    • Die wichtigsten WSDC Registry Events im deutschsprachigen Raum sind:

 

Links

Wettkampfregeln für ein Amerikanisches WCS Turnier
Wettkampfregeln für die US Open 2016, das wohl wichtigste Turnier in der WCS Welt
Regeln zu Punktevergabe bei WSDC Turnieren
Erklärung des Wertungsverfahrens bei WSDC Turnieren
WSDC Weltrangliste

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