Turniere

Die Turniere im West Coast Swing werden in verschiedenen Modi ausgetragen:

Jack und Jill

Der wichtigste Modus von West Coast Swing Turnieren. Die Partner werden einander zugelost. In der Vorrunde (falls genug Anmeldungen vorhanden sind) und evtl. Zwischenrunden, werden 3 (vorher unbekannte) Songs gespielt, und jedes Mal mit einem anderen Partner getanzt. Beide Partner werden getrennt bewertet. Im Finale wird ein fester Partner zugelost, mit dem dann wiederum 3 Tänze getanzt werden, die dann gemeinsam bewertet werden. Im Regelfall werden mehrere Tanzpaare gemeinsam auf der Tanzfläche tanzen. Da hier weder die Musik, noch der Partner im voraus bekannt sind, werden besonders hohe Anforderungen an Improvisation, sowie an Führen und Folgen gestellt.

Die Punkte für die Weltrangliste werden ausschließlich in diesem Modus ertanzt

Strictly

Wie Jack und Jill, nur dass man sich mit einem Partner anmeldet und diesen für das gesamte Turnier behält. Es wird immer gemeinsam bewertet

Classic

es wird mit einem festen Partner getanzt. Die Musik wählt das Paar im Vorfeld selbst aus und bereitet ein Choreographie zu der Musik vor. Es wird im Solo Modus getanzt, d.h. es ist nur 1 Paar auf der Tanzfläche. Hebefiguren sind nicht erlaubt.

Showcase

Wie Classic, nur dass Hebefiguren erlaubt sind (bei manchen Turnieren werden sogar Hebefiguren ausdrücklich gefordert)

Masters

Wie Showcase, nur dass beide Tanzpartner mindestens 50 Jahre alt sein müssen.

Pro/Am

Wie Showcase, nur dass ein Lehrer/ eine Lehrerin mit einer Schülerin/ einem Schüler tanzt.

Swing 16

ganz neues Format, in dem 16 Paare im K.O. System jeweils paarweise gegeneinander antreten. Die Wertungsrichter entscheiden sofort nach dem Tanz, wer eine Runde weiter kommt. Diese Wettbewerbsform ist für Zuschauer sehr attraktiv, da man nur 2 Paare auf der Tanzfläche sieht und das Feedback der Wertungsrichter sofort kommt.

Bewertungskriterien

Die wichtigsten Bewertungskriterien in der Anfängerklassen sind die 3T’s:

  • Timing (am wichtigsten)
    • werden die Up und die Downbeats klar erkennbar und richtig vertanzt? Wer hier z.B. konsequent auf einem Downbeat startet hat kaum eine Chance auf ein Weiterkommen in die nächste Runde.
  • Technik
    • v.a. Fußarbeit (Gewichtsübernahme von Fuß zu Fuß, Sicherheit, Balance, abrollende Fußarbeit). Wer z.B. die Ferse beim Triple Step konsequent nicht am Boden absetzt wird es in dieser Kategorie nicht leicht haben.
  • Teamwork (am unwichtigsten)
    • Auftreten
    • Verbindung
    • Zusammenspiel
    • Anpassen an den Level des Partners (bei unterschiedlichen Leveln muss der bessere Partner Rücksicht nehmen)

Erwähnenswert ist auch, dass hier kein besonderer Wert auf möglichst viele unterschiedliche Figuren oder Stylings gelegt wird. Als Anfänger ist man daher immer gut beraten, lieber gute Basics zu tanzen, als unausgegorene Figuren, die man selbst und / oder der Partner nicht sicher beherrscht.

In den höheren Startklassen kommen dann noch folgende Kriterien hinzu, die aber letztlich alle in die Kategorie „Teamwork“ fallen:

  • Variation (ab Level 1)
    • Variieren der Standardfiguren (z.B. durch Fuß- und Paarposition, rhythmische Variationen)
  • Kontrast (ab Level 2)
    • Beschleunigen und Verzögern
    • Tanzen in 4 Dimensionen (Diagonal, Höhe, Rotation, Winkel)
  • Musikalität / Entertainment (ab Level 3)
    • Songspezifisch Tanzen
    • Effekte

In Turnieren wird in der Regel auf 3 verschiedene Musikrichtungen getanzt (jeweils 1,5-2,5 Minuten):

  • Blues (96-120Bpm)
  • Slow (80-100Bpm)
  • Fast (104-128Bpm)

Die Musikrichtungen sollten dabei im Tanz auch unterscheidbar sein. Man sollte also versuchen den unterschiedlichen Charakter der verschiedenen Musikstile herauszuarbeiten. Details wie man das erreichen kann findet man unter Musikalität.

Sonstiges

Da man sich für Jack and Jill Turniere separat anmelden kann passiert es in den Vorrunden häufig, dass ein Ungleichgewicht zwischen Leadern und Followern herrscht. In diesem Fall werden aus der Gruppe, die in Unterzahl ist, Teilnehmer bestimmt, die dann ohne Wertung ein zweites Mal mittanzen. Wenn es nur einen Durchgang gibt, weil zu wenig Anmeldungen für einen zweiten Durchgang vorhanden sind, dann können auch mehr als 3 Lieder gespielt werden und es werden pro Lied überzählige Teilnehmer aus dem Feld entfernt, so dann am Ende jeder Teilnehmer mindestens 3 Lieder tanzen konnte.

Wertungspunkte

In Deutschland gibt es grundsätzlich 3 Arten von West Coast Swing Turnieren:

Fun Turniere

  • werden im Regelfall im Rahmen von kleineren West Coast Swing Workshops abgehalten
  • Alle Tänzer können teilnehmen
  • Es findet keine Einteilung nach Level der Tänzer statt
  • In der Regel werden nur die Kategorien Jack&Jill und (manchmal) Strictly angeboten
  • Es gibt keine Punkte zu gewinnen
  • Es wird in der Regel keine Startgebühr erhoben
  • Der Preis ist meist eine Urkunde, oft auch ein Pokal und gelegentlich auch Naturalien wie die kostenlose Teilnahme an einem Workshop

TAF West Coast Swing Turniere (TAF Germany e.V.)

  • werden im Regelfall im Rahmen von größeren West Coast Swing Festivals abgehalten
  • Im Moment kann jeder West Coast Swing Tänzer teilnehmen – man muss nicht Mitglied des TAF sein.
  • Es wird eine kleine Startgebühr (ca. 20€) erhoben.
  • Die Tänzer werden nach Level eingeteilt: Man startet normaleweise in „Einsteiger“, wenn man das Finale einmal erreicht hat, dann steigt man automatisch nach Level 1 auf. Die Turniere sind etwas fairer, da man in den jeweiligen Klassen in der Regel ein homogeneres Startfeld hat. Personen die West Coast Swing unterrichten oder bereits WSDC Punkte haben, werden automatisch auf Level 1 oder höher eingeteilt. Auch ansonsten können Neulinge nach Sichtung bereits in höheren Klassen eingruppiert werden.
  • In der Regel werden Jack & Jill und Strictly angeboten
  • In Deutschland ca. 6 West Coast Swing TAF Turniere pro Jahr
  • Man kann auch auf mehreren TAF Turnieren pro Jahr starten, die Punkte werden dann addiert. (d.h. wer viel reist und viele Turniere besucht steigt auch schneller auf)
  • Details zur Bewertung können auch dem Regelwerk des TAF entnommen werden.
  •  Wenn man wissen möchte, wieviele TAF Punkte ein registrierter TAF Tänzer hat, kann man das unter http://www.wcsinfo.de nachschlagen.
  • Sind international an die IDO (International Dance Organization) angebunden, die auch Europameisterschaften und Weltmeisterschaften anbietet. Diese haben in der West Coast Swing Welt aber keinen hohen Stellenwert.
  • Sind vor allem im Breitensport beliebt, insbesondere in den höheren Leveln tendieren die Tänzer inzwischen eher zu den WSDC Turnieren anstatt zu TAF Turnieren. Das führt dazu, dass teilweise bei TAF Turnieren nur noch die Kategorien „Einsteiger“ und „Level 1“ angeboten werden, obwohl das Reglement bis zu 4 Leveln vorsieht.

WSDC Turniere (World Swing Dance Council)

  • werden im Rahmen der ganz großen West Coast Swing Festivals abgehalten
  • Man muss nicht Mitglied es WSDC sein, um dort Punkte zu sammeln – beim ersten Erfolg wird der Teilnehmer automatisch in die Punkteliste aufgenommen.
  • Entspricht der „Weltrangliste des West Coast Swing“ und hat einen hohen Stellenwert in der West Coast Swing Welt. Im Jahr 2017 sind ca. 15000 Tänzer in der Weltrangliste enthalten.
  • Die Tänzer sind in verschiedene Klassen (Skill Level) aufgeteilt
    • Newcomer – Hier müssen alle starten, die noch keine Punkte ertanzt haben
    • Novice – Hier starten alle die weniger als 15 Novice Punkte haben. Sobald man mehr als 15 Punkte in der Kategorie Novice ertanzt hat steigt man in Intermediate auf. Alle Punkte die man dann in der Klasse Intermediate ertanzt gelten als Intermediate Punkte. Man beginnt in der neuen Klasse wieder bei 0 Punkten.
    • Intermediate – Alle die weniger als 30 Intermediate Punkte haben. Danach steigt man auf nach Advanced.
    • Advanced – Alle die weniger als 45 Advanced Punkte haben. Danach steigt man in All Star auf.
    • All Star – Alle die in den letzten 3 Jahren mindestens 45 Advanced Punkte erreicht haben. Aus dieser Klasse kann man nicht weiter automatisch aufsteigen.
    • Champions/Invitational/Pro – In diese Kategorie kann man nur auf Einladung aus der Kategorie All Star aufsteigen. Im September 2017 waren knapp über 600 Tänzer in dieser Kategorie.
  • Die Wettbewerbe auf Turnieren werden in den unterschiedlichen Skill Leveln ausgetragen. Außerdem gibt es auch noch weitere Startklassen die sich am Alter orientieren:
    • Junior – alle Tänzer unter 18 Jahren (unabhängig von weiteren Klassen)
    • Masters – alle Tänzer über 50 Jahre (manchmal gekoppelt an eine Mindestanforderung an den Skill Level)
  • Turniere werden nach „Tier“ unterschieden. Je mehr Tänzer in einer Kategorie starten, desto höher ist der Tier und desto mehr Punkte können ertanzt werden:
    • Tier 1: 5-15 Paare in einer Kategorie. (Max. 5 Finalisten erhalten Punkte, Sieger erhält 5 Punkte, Zweiter 4, Dritter 3 usw.)
    • Tier 2: 16-39 Paare in einer Kategorie (Max. 10 Finalisten erhalten Punkte. Sieger erhält 10 Punkte, Zweiter 8, Dritter 6 usw. — Sechster bis Zehnter 1 Punkt)
    • Tier 3 40+ Paare in einer Kategorie (Max. 15 Finalisten erhalten Punkte. Sieger 15, Zweiter 12, Dritter 10 usw. — Sechster bis Fünfzehnter 1 Punkt)
  • 2017 werden 4 Veranstaltungen in Deutschland WSDC Registry Event (d.h. man kann dort Punkte für die WSDC Punkteliste sammeln):
    • Anchor Festival
    • Bavarian Open WCS
    • D-Town Swing
    • German Open WCS Championships

Links

Wettkampfregeln für ein Amerikanisches WCS Turnier
Wettkampfregeln für die US Open 2016, das wohl wichtigste Turnier in der WCS Welt
Regeln zu Punktevergabe bei WSDC Turnieren
Erklärung des Wertungsverfahrens bei WSDC Turnieren
WSDC Weltrangliste

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