Upbeats und Downbeats oder der Puls des West Coast Swing

West Coast Swing wird auf Musk im 4/4 Takt getanzt. Dabei wird die erste und dritte Viertelnote in dem Takt von den Tänzern oft auch als Downbeat bezeichnet und die zweite und die vierte Viertelnote als Upbeat.

Musiker verbinden mit diesen Begriffen meist etwas ganz anderes – für sie ist das was Tänzer als Downbeat bezeichnen einfach eine betonte Note und das was Tänzer als Upbeat bezeichnen ist für sie der Backbeat – eine Akzentuierung auf 2 und 4 (also zwischen zwei Betonungen) die in der Regel mit der Snare Drum gespielt wird. (Siehe hierzu auch Wikipedia backbeat oder beat). Zusätzlich wird meist mit den Hi-Hat ein Achtelrhythmus gespielt. Dieses Rhythmusschema ist inzwischen aber so populär, dass es sich in so ziemlich jedem aktuellen Musikstück aus den Charts wiederfindet – mal mehr, mal weniger ausgeprägt. West Coast Swing Tänzer lieben klar erkennbare Down- und Upbeats mit einem klaren zusätzlichen Achtelrhthmus, so dass Musikstücke bei denen diese Struktur nicht klar erkennbar ist auch nicht so beliebt sind.

Man kann das auch sprachlich unterstützen, indem man nicht zählt 1, 2, 3, 4 sondern boom, tschak, boom, tschak. Jeder Takt ist also 2x boom, tschak. Dieses Zählschema wird manchmal auch erweitert, wenn man Triple Steps mitzählt zu: boom, tschak, boom-boom-tschak, boom-boom-tschak,

1 & 2 & 3 & 4 &
Hi-Hat x x x x x x x x
Snare x x
Bass x x
WCS Down Up Down Up
WCS Boom Tschak Boom Boom Tschak

Timing

Im Regelfall gibt es vom Timing 2 Varianten:

  • Step-Step
    • Erster Schritt auf einem Downbeat, zweiter Schritt auf einem Upbeat des Taktes
    • gezählt als 1,2 oder boom, tschak
  • Triple Step
    • Erster Schritt auf einem Downbeat, zweiter Schritt auf einem &. dritter Schritt auf einem Upbeat des Taktes
    • gezählt als 1 & 2 oder boom, boom, tschak

Das kleine 1×1 der Musikalität in West Coast Swing besteht darin, den ersten Schritt jeder Figur auf einen Downbeat zu setzen und nicht auf den Upbeat.

Der Puls des West Coast Swing

Wenn man bei den klassischen Standardtänzen z.B. den Langsamen Walzer anschaut, dann wird dessen 3/4 Takt nicht einfach nur als 3 gleichberechtigte Schritte getanzt sondern es gibt Betonungen, Heben und Senken, das sich durch praktisch alle Figuren im Langsamen Walzer zieht.

Ähnlich ist es im West Coast Swing. Obwohl in der Musik eigentlich die Downbeats betont werden betont man dort tänzerisch die Upbeats (also 2, 4, 6, 8, …). Das versucht man auch in der Bewegung des Körpers wiederzuspiegeln. Man versucht also nicht möglicht gleichmäßig die Schritte 1-6 oder 1-8 ineinander übergehen zu lassen, sondern man versucht bei 2, 4, 6, 8 jeweils einen Akzent zu setzen. Im Regelfall wird das über ein Anspannen der Muskulatur um den Center Point of Balance (oberer Bauch und Oberkörper) beim Upbeat erreicht. Dabei wird die Anspannung für das folgende „&a“ gehalten. Während die Downbeats eher dumpf und langgezogen sind wird ein Upbeat in der Regel über ein Klatschen oder ein anderes spitzes, kurzes Geräusch sehr klar und prägnant auf einen bestimmten Zeitpunkt definiert – das kann man idealerweise auch in der Bewegung der Tänzer nachvollziehen. Dabei soll der Puls die musikalische Interpretation nicht ersetzen, sondern nur auf subtile Art unterstützen.

Fortgeschrittene Tänzer haben in den meisten Figuren eine gute Vorstellung wo sie bei den jeweiligen Upbeats stehen müssen, sie wissen, mit welcher Aktion sie dieser Position einen Akzent verleihen und nutzen die Upbeats als Checkpoints im Tanz. D.h. sie bewegen sich gedanklich mit der Musik von Checkpoint zu Checkpoint und nehmen den Tanz als eine Abfolge von Checkpoints mit ihren zugehörigen Übergängen wahr.

Das bietet sich auch deshab an, da bei den meisten Grundfiguren auf den Upbeats markante Positionen eingenommen werden:

  • bei der 2 wird die folgende Figur signalisiert (blockierend, passierend)
  • bei der 4 wird bei left side pass / underarm turn der slot vom leader wieder betreten
  • bei der 4 wird in der whip dem follower ein deutlicher Impuls gesetzt um ihn in die andere Richtung zu beschleunigen
  • bei der 6 wird in der whip der slot vom leader wieder betreten

Außerdem ist der Upbeat musikalisch meist sehr klar definiert, da er im Gegensatz zum dumpfen, langgezogenen und dadurch auch oft verwaschenen Downbeat meist nur ein kurzer, prägnater klarer ton ist. Man weiß z.B. auch, dass man beim Rolling Count die Ferse des Fußes genau auf dem Upbeat absetzt. Wenn man also bei der 2, der 4 und der 6 die Ferse nicht genau auf den Upbear absetzt, dann ist man nicht exakt im Takt.

Hier ein Artikel von Skippy Blair zum Thema Pulse of West Coast Swing

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